Klosterkirche Nordshausen




Die erste Spendenkampagne ist abgeschlossen.: 23 519,22 €
Mit dem Stichtag 14.11.08 wurde die laufende Spendenkampagne des Kirchenbauerhaltungsfonds der Landeskirche geschlossen. Für die geplante Innenrenovierung der Klosterkirche wurden 11 759,61 € gespendet und an die Landeskirche zur Verdoppelung weitergemeldet. Damit liegt der Ertrag der aktuellen Kampagne bei 23 519,22 €. Der Kirchenvorstand dankt herzlich allen Spenderinnen und Spendern, die diesen ersten Schritt zu einer Innenrenovierung der Kirche möglich gemacht haben. Im nächsten Jahr kann nun mit der Umsetzung begonnen werden. Eine Expertenkommission wird die Schwerpunkte dazu festlegen.

Das Spendenkonto bleibt bis auf Weiteres bestehen: "Sparbuch mit 100 Prozent Rendite"
Weil in einigen Jahren eine erneute Aufnahme in den Kirchenbauerhaltungsfonds zu erwarten ist, bleibt das Spendenkonto bestehen. Die Kirchengemeinde sammelt also weiterhin Spenden zur baulichen Erhaltung der Klosterkirche Nordshausen. Diese sollen bei einer nächsten Spendenkampagne des Kirchenbauerhaltungsfonds wieder mit eingebracht werden. Damit würden auch diese Spenden verdoppelt. Wenn es Ihnen möglich ist, fördern Sie also gerne weiterhin Kirchenerhaltungsmaßnahmen an der wertvollen Klosterkirche Nordshausen. Aus Ihrem gespendeten Euro werden auch in Zukunft wieder zwei. Mit Ihrem Geld helfen Sie der Kirchengemeinde sozusagen ein Sparbuch mit 100 Prozent Rendite anzulegen.



BAUHÜTTE KLOSTERKIRCHE GEGRÜNDET

Mit dem Ziel, künftige Baumaßnahmen an der Klosterkirche Nordshausen zu fördern, wurde in Kassel am 10.06.2008 der Arbeitskreis "Bauhütte Klosterkirche" gegründet. Zuvor hatte die "Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck" die Klosterkirche Nordshausen in die Förderliste für denkmalgeschützte Kirchen aufgenommen. Nach den Statuten des Kirchenerhaltungsfonds werden alle Spendenmittel, die nun beim Arbeitskreis "Bauhütte Klosterkirche" bis zum 14. November 2008 eingehen, zum Jahresende verdoppelt. Die landeskirchliche Stiftung hat sich in diesem Jahr vor allem zum Ziel gesetzt, Innenrenovierungsmaßnahmen zu fördern und landeskirchenweit 26 Projekte ausgewählt.

Die Klosterkirche Nordshausen ist die älteste Kirche in Kassel und trägt noch romanische Gebäudeteile in sich. Sie ist der Mittelpunkt der Evangelischen Kirchengemeinde Nordshausen und Brückenhof und besitzt eine hervorragende Akustik. In der Kirche werden von der "Kulturstiftung Klosterkirche Nordshausen" monatliche Konzerte organisiert. Im vergangenen Jahr wurde in der Gemeinde das Jubiläum "750 Jahre Kloster Nordshausen" mit einer Fachtagung begangen, die der örtliche "Förderverein für das Kultur- und Sozialzentrum Klosterkirche Nordshausen e.V." verantwortete.

Das Bauvorhaben an der Klosterkirche Nordshausen ist das einzige, das in diesem Jahr in Kassel aus Mitteln des Kirchenerhaltungsfonds gefördert werden soll. Der Innenraum der Klosterkirche Nordshausen wurde in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts das letzte Mal renoviert. Nun soll vor einem neuen Anstrich z.B. nach der ursprünglichen Farbgebung, nach möglichen Ausmalungen und einer eventuellen Grablege im Innenraum geforscht werden. Archäologische Zusammenhänge mit dem nicht mehr erhaltenen Kreuzgang der ehemaligen Zisterzienserinnenkirche könnten ebenso in den Blick geraten.

Der Kirchenvorstand beabsichtigt mit diesem Arbeitskreis "Bauhütte Klosterkirche" außerdem, die Förderung kultureller Arbeit in Nordshausen zu bündeln. Über die Mitglieder des Kirchenvorstands hinaus sollen regelmäßig Vertreter der anderen kulturellen Initiativen im Stadtteil in die Planungen mit einbezogen werden.

Spendenkonto:
Ev. Stadtkirchenkreis, Kto.Nr. 220 02 01, BLZ 520 604 10 (EKK), Verwendungszweck "Bauhütte Klosterkirche"


Dierk Glitzenhirn, 10.06.2008


Innenraumrenovierungsmaßnahmen

äußerlich

- vergrauten Anstrich erneuern

restaurativ

- Rückbau der Veränderungen durch Einbau von Heizkörpern und Heizanlage bei der Nachkriegsrenovierung (vergangenes Jahrhundert)
- wissenschaftliche Überprüfung der ursprünglichen Farbgebung
- mögliche Wandbemalung (vgl. Verglasungfragment)
- Analyse des Fußbodenbereichs (Reste eines Tonfliesenbodens mit eventuell figürlichem oder geometrischem Muster?)
- Öffnung des Zugangs zum ehemaligen Kreuzgangbereich
- Zusammenhänge zum ehemaligen Kreuzgang
- Sichtbarmachung des baulichen Übergangs zum ehemaligen Dormitorium

konstitutiv

- Klärung der Herkunft der nordseitigen Feuchtigkeit (Korrespondenz mit Grabungsvorhaben im Bereich des ehemaligen Kreuzgangs durch den "Fördervereins für das Kultur- und Sozialzentrum" / Universität Heidelberg) - Analyse des dort mutmaßlich aufgehäuften Bauschutts
- Verfüllen der Vibrationsrisse im Turm
- Korrektur der Verankerung des Glockenhauses


Dierk Glitzenhirn, 17.06.08

Bauhütte historisch

So wie sich die verschiedenen Handwerker in den Städten im Mittelalter in Zünften zusammenschlossen, traten die am Kirchenbau beteiligten Gewerke als "Bauhütten" auf. Dazu gehörten der Werkmeister und neben verschiedenen Handwerkern, wie Steinmetz, Zimmermann, Maurer, Schmied, Glaser auch der Kaplan, Küster, Meßner, Organist und auch Bäcker, Koch und das Gesinde. Diese Unternehmen wurden von Steinmetzbruderschaften geleitet. Sie organisierten die kirchlichen Baustellen und besaßen eine eigene Rechtsprechung und einen in Grundzügen demokratischen Aufbau. Die Kirchengemeinde nimmt mit dem Wort "Bauhütte" einen alten Begriff aus der Kunstgeschichte Europas auf, der neben hohem Kunstverstand und einer geistlichen Ausrichtung auch für ein kooperatives Klima am kirchlichen Bau steht.